Basti Kördel | GER 220

Internationale Bodenseemeisterschaft

Die Regatten

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Irgendwann vor etwas mehr als 10 Jahren trafen sich, ich glaube, drei Windsurfer am Chiemsee und beschlossen eine Windsurfregattaserie am Bodensee ins Leben zu rufen.

Der Otto und der Richard aus Deutschland sowie der Michel aus der Schweiz. Sie gaben nicht eher Ruhe, bis rund um den Bodensee Windsurfregatten in Immenstaad, Überlingen, Rorschach, Reichenau, Steckborn und Hard ausgetragen wurden. Hard gibt es jetzt nicht mehr (schade), aber dafür ist in den letzten 3 Jahren mein Surfplatz in Radolfzell dazugekommen (sehr gut).

Und so fing es für mich an:

2001 erzählte mir mein jetziger Lorch Teamkollege Florian wie toll es doch beim Regattasurfen sei, besonders bei den Läufen zur Bodenseemeisterschaft. Das wollte ich mir auch einmal ansehen und schon war ich dabei, denn auch mein Dad hatte den Eindruck, dass das eine gute Sache für mich sein würde. Zumal die Materialbeschränkungen hier sehr minimal sind. In der Offenen Klasse kann alles gefahren werden, was schnell zu sein scheint. Board, Segel, - Proto oder Serie, alles ist erlaubt. Bei den Marathonrennen sogar auch Verdränger (mit däm Stamm goht´s bi wännig Wind viel besser). Beim Kidscup in der Schweiz (hauptsächlich für junge Einsteiger) sind, glaube ich, maximal zurzeit 6 Quadratmeter zugelassen. Bei den Boards gibt es aber hier auch keine Einschränkungen.
Jeder kennt jeden und ich hatte von Anfang an den Eindruck mit Freunden zu regattieren, nicht mit Konkurrenten. Gegenseitige Hilfe, Rücksichtnahme sowie sportliche Fairness auf dem Wasser wird hier groß geschrieben. Diese Regatten sind der leichte Start für Einsteiger. Ein gebrauchtes Longboard (Raceboard, schmal) mit den dazu passenden Segeln 7,5 und 9,5 Quadratmeter, reichen für den Anfang. Von 10- bis 75 Jahren ist hier alles vertreten. Schön ist auch, dass die alten Hasen mit Tipps weiterhelfen. Hier sammelte ich die Erfahrung für die Rennen später im Eurocup.



Der Rorschacher Windsurfcup

Der Rorschacher Surfclub empfängt die Sportler an einem Samstag im Spätsommer auf dem Gelände des Freibades Rorschach in der Schweiz. Von Konstanz aus fährt man durch die Ortschaft hindurch, kurz vor Ende steht neben der Straße links ein Surfsegel, ist nicht zu übersehen. Dort kann der Surfer auch sein Wohnmobil oder Wohnwagen für eine Übernachtung abstellen (Jugendherberge ist auch direkt vor Ort). Der Veranstalter hat Stände für die Verpflegung mit Wurst, Fleisch und Kuchen sowie ein Zelt direkt auf der Wiese aufgebaut. Abends gibt es Dort das berühmte Rissotto aus einem Spezialkessel und Fleischspieß vom Grill. Die Zuschauer sitzen leicht erhöht über dem Wasserspiegel und genießen einen herrlichen Blick auf den Obersee. Wer seine Zeit bei Flaute mit Schwimmen und Wasserrutschen vertreiben will, der hat die Möglichkeit in das Schwimmbecken direkt neben der Wiese zu springen. Auch kann man die Sprungtürme zur Unterhaltung der auf „Wind Warter“ benutzen, hier ist es aber empfohlen mit Surfanzug zu springen, da das Wasser bei falschem Aufkommen dann nicht so schmerzt.
Urs, der Regattaleiter ist nicht zu übersehen (Körpergröße). Er hat für die Regattaneulinge und für die Jugend ein besonderes Herz. Mit viel Geduld erzählt er allen beim Skippersmeeting was er sehen möchte, und wer braucht, bekommt alles auch noch einmal im Einzelgespräch erklärt. Kindern und auch Neulingen nimmt er die Angst vor dem ersten Start und wer benötigt, bekommt Materialunterstützung, damit auch jeder teilnehmen kann und nicht umsonst angefahren ist.



In Rorschach werden relativ kurze Kursrennen gestartet. Mehrere am Tag in direkter Nähe zur Aufbauwiese. So kann man sein Glück immer wieder beim nächsten Start versuchen. Eltern sind beruhigt, denn die haben, vom Sprungturm aus, ihre Kinder auf Rufweite und Urs weis ganz genau, was er da macht. Ihm habe ich es auch zu verdanken, dass ich im Alter von 11 Jahren meine erste Surfregatta in sehr guter Erinnerung behalten habe. Denn nur so wie er mit uns umgegangen ist, kann man Jugendliche für´s Regattasurfen begeistern.
Ohne diesen Regattaleiter müsste ich womöglich heute irgendeinen stumpfsinnigen Ausdauersport ausüben – Urs, danke dafür, durch Dich habe ich mit den Windsurfregatten angefangen, und ich hatte Spaß dabei!
Während des Wochenendes erfährt man in Rorschach auch was Sponsoren sind. Für die Erwachsenen gibt es einen Apero (auf Deutsch: Weinprobe) und nach der Siegerehrung, bei der besonders die Jugendlichen (Kidscup) nicht zu kurz kommen, findet eine Verlosung von gesponserten Sachpreisen statt. Surfmaterial und kleine Dinge die man als Surfer brauchen kann nehmen auch die Teilnehmer mit, die nicht auf´s Treppchen gekommen sind.
Insgesamt ist alles gut organisiert, nette Leute und ich freue mich bei der Heimfahrt immer schon auf das nächste Jahr. Auch wenn mal wieder kein oder nur wenig Wind war. Und nicht vergessen: Die Statistik arbeitet gegen die Flaute!

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Der Immenstaader Surfmarathon

Zur ersten Veranstaltung im Jahr empfängt der Immenstaader Surfclub seine Gäste herzlich auf dem Gelände des Freibades. Parken ist auf der Straße oberhalb des Geländes möglich. Verpflegen kann sich jeder im aufgebauten Zelt mit Wurst, Fleisch und Kuchen. Abends geht’s dann gemeinsam, (wer möchte) in ein Gasthaus zum Abendessen.
Kaum dass die Windsurfsaison begonnen hat, wird von den Sportlern gleich alles abverlangt. Ein Marathon auf dem Obersee – Samstag und Sonntag, das hat schon was! Ohne genügend Kondition bekommt man sehr schnell lange Arme. Im Winter ist somit Ausdauer- und Krafttraining gefordert. Zum Glück weiß auch hier der Regattaleiter was er da macht. Gut organisiert fehlt es an nichts. Materialunterstützung, besonders für Jugendliche, wird auch hier groß geschrieben und aus dem Skippersmeeting geht niemand mit einem Fragezeichen heraus. Beachten sollte der Surfer auch die geografische Lage von Immenstaad. Durch die hier, in allen Richtungen, offene Seefläche, können sich bei entsprechend starkem Wind auch recht unangenehme Wellen aufbauen. Der Anspruch an den Regattasurfer wird bei solchem Wetter und der berüchtigten Bodenseewelle nicht gerade geringer. Extra Rennen für ganz junge Surfer und sogar Tandemregatten sind mit eingeplant. Volles Programm also – wenn der Wind mitspielt. Pech kann man immer haben aber im Allgemeinen langt Er für die große Strecke, nicht nur für die Longboards sondern ab und zu auch mal für die Formulas. Es ist halt immer ein Pokerspiel! Womit starte ich? Denn nach dem Schuss darf keiner mehr wechseln! So ist es aber bei jedem Rennen in der offenen Klasse, nicht nur am Bodensee.



Mein erster Marathon, und ich fuhr als 12 jähriger um die Rote Laterne. Mein Schwertbrett war nicht richtig „Long“ und somit auch kein echtes Longboard. Tags darauf lieh mir Peter ein Lechner und das war dann schon eine ganz andere Sache. Damit machte es Spaß weil ich auch im Regattafeld mithalten konnte. Ohne dieses Longboard wäre das sonst ein schwarzes Wochenende für mich geworden. Während der Siegerehrung musste dann mein Dad dem Otto (Regattaleitung) in die Hand versprechen, mich mit einem richtigen Raceboard auszurüsten. – Das hat er natürlich auch gleich gemacht, und so war für mich die rote Laterne in den nachfolgenden Events kein Thema mehr.
Resümee: Gelungene Veranstaltung mit netten Leuten. Gut organisiert und lustig, besonders wenn der Otto mitsurft.

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Der Überlinger Windsurfcup

Der Windsurfclub Überlingen hat sein clubeigenes Gelände am Ortsausgang von Überlingen Ost, Richtung Nussdorf. Direkt neben dem Freibad gelegen gibt es oberhalb des Clubeinganges genügend Parkraum für Wohmos und Caravans. Mit neu errichtetem Clubheim und einem Beachvolleyballfeld ist hier für Zeitvertreib und gute Verpflegung während der Wettkampfpausen gesorgt. Die Clubhelfer geben immer alles beim Kuchenbacken und Mittagessen. Äpfel werden auch verteilt. Sollten wichtige Sportevents, wie zum Beispiel die Fußball WM oder Formel 1 Rennen stattfinden, sorgt der Club für gute Möglichkeiten, diese im TV anzuschauen. Bei Flaute wird natürlich dann auch rege davon Gebrauch gemacht. Alles sehr angenehm, auch wenn man aufpassen muss, dass die Segel beim nach vorne tragen an den Obstbäumen auf dem Gelände nicht beschädigt werden. Dafür bietet diese Obstbaumwiese aber auch wichtigen Schatten – im Juni brennt die Sonne ganz schön stark.
Auf dem Überlinger See, zwischen Surfplatz, der Mainau und dem Bodanrück finden die Kursrennen statt. Die, wie auch in Rorschach, mehrmals am Tag gestartet werden. Der Wechsel zwischen Formula und Longboard ist hier, je nach Wind, zwischen den Läufen immer möglich. Die Startlinie ist nicht weit weg. Der flach abfallende Strand ist groß genug, sodass alle Competitors rechtzeitig ohne Panikgedränge an die Startlinie kommen. In Überlingen wird jedem genug Zeit gegeben. In der Ruhe liegt die Kraft, denn die Wochenenden sollen ja auch der Erholung dienen. Das Skippermeeting lässt keine Fragen offen, jeder kann sich, bei offenen Problemen, einbringen und die Wendemarken liegen zur praktischen Veranschauung meist auch schon aus. Auf der Ufermauer oberhalb des Strandes überblickt der Zuschauer das Regattafeld sehr gut. Ein Fernglas in der Größe 7 X 50 ist wie bei allen Bodenseeregatten vollkommen ausreichend. Wer Videos drehen möchte, sollte allerdings ein Stativ benutzen – sonst verwackelt´s.
Natürlich unterstützt der Club auch mit Material, besonders für Jugendliche hat der Regattaleiter immer ein Ohr und kümmert sich.
Hier ist mir auch der Zusammenhalt der Surfer aufgefallen. Man hilft sich halt wenn kurz vor dem nächsten Start der Mast bricht.
Am Sonntag dann zur Siegerehrung wird´s richtig professionell. Mit Hintergrundmusik, Lautsprechern, Mikrophon und Mischpult werden die Ehrungen vorgenommen. Besonders hervorzuheben sind die immer wieder neuen Ideen für die Pokale – das hat was!

Also – Auch in Überlingen erlebt der Regattasurfer eine gelungene, gut organisierte Veranstaltung mit netten Leuten und hohem Freizeitwert.


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Der Reichenauer Inselmarathon

Der Windsurfclub Reichenau empfängt die Regattasurfer in netter Atmosphäre auf der Gemüseinsel Reichenau im Untersee. Gegenüber des Campingplatzes Sandseele liegt das Clubgelände und eine extra Aufbauwiese direkt am Wasser. Parkplätze gibt es genügend auf der Zufahrtsstraße und auf einem Platz links ca. 50 Meter vor dem Clubgelände. Hier hat man auch die Möglichkeit mit Wohmo oder Caravan für eine Nacht zu stehen, wenn man nicht auf den sehr schön gelegenen Campingplatz möchte, oder wegen Platzmangel nicht kann.

Falko begrüßt hier jeden persönlich, sagt wie er was haben will und sorgt sich mit seinem Team intensiv um das Wohlergehen seiner Gäste im Club. Fleisch, Pommes, Wurst, Kuchen und natürlich Salat wird in ausreichender Menge gegen kleines Entgelt zur Verfügung gestellt, damit der Hunger das Wochenende nicht beeinträchtigt. Es gibt hier noch eine Besonderheit am Grill! Günter steht dahinter und sorgt sich um das Grillgut.

Und das kann er richtig gut, auch wenn er zwischendurch bei den Starts zuschaut und dann „etwas“ abgelenkt ist. Er möchte natürlich sehen, wie sich seine beiden Lorch Teamfahrer, der Florian und ich, auf dem Wasser schlagen.

Beim Skippersmeeting staunt der Neuling nicht schlecht, wenn er auf der Tafel den Kurs rund um die Insel zum ersten Mal entdeckt. Das ist hier die Besonderheit bei diesem Marathonrennen. Die Competitors müssen auf dem Weg um das Eiland unter der Brücke (Zufahrtsstraße auf die Insel), mit ihrem Material durch den Buckgraben. Diese ca. 5 Meter breite und 80 bis 100 Meter lange „Wasserstraße“ gilt es taktisch, auf dem Bauch liegend - paddelnd oder durchwatend (Wassertiefe ca. 1,30 Meter plus 30 Zentimeter Schlamm), möglichst ohne großen Zeitverlust zu überwinden. Das Gedränge ist an dieser Engstelle immer groß und eine Menge Zuschauer versammeln sich auf der Brücke um die Sportler anzufeuern. Manchmal werden von oben auch Getränke von den Zuschauern für die Sportler hinunter geworfen – Ich denke da immer: Hoffentlich treffen die mit ihrem Plastikflaschengewerfe nicht mich.
Als Teilnehmer bin ich vor der Brücke schon recht Müde, dann kommt das Paddeln dazu und den Rückweg muss ich ja auch noch schaffen. Es darf dort unter der Brücke auch nichts schief gehen. Das Segel muss richtig auf dem Board liegen und darf am Rand nirgends hängen bleiben. Aufstellen nach der Brücke kann ich das Rigg auch nicht gleich, weil die Äste der Bäume in die eine Richtung ziemlich tief hängen und in der anderen Richtung den Wind lange Abdecken.Wenn einer vor mir trödelt, holen mich die hinter mir liegenden wieder ein. Also Vollgas bis zur Brücke – das machen aber alle! Oder der Kanal verstopft vor lauter Surfboards und Segel. Für Stimmung ist im Buckgraben auf jeden Fall gesorgt. Das könnt Ihr mir glauben, und wenn die Regattaleitung für die Zukunft bei den Racern nachfragt, wollen alle die „Hindernisbahn“ im nächsten Jahr beibehalten – ich auch, ist halt einmalig!
Bei der Siegerehrung am Sonntag gibt’s dann immer die Hammerüberraschung. Ein Traktor mit Anhänger fährt auf das Clubgelände. Geladen sind Körbe gefüllt mit Salat und Gemüse. Durch viel Arbeit und Fleiß wurde der Anhänger mit Blumen, Weintrauben und allem was so auf der Insel wächst, geschmückt und dann werden die Körbe an die Teilnehmer verschenkt. Die Woche danach leben wir dann immer ganz gesund, bis vom Inhalt des Korbes nichts mehr übrig ist. Zusätzlich fällt dem Falko auch immer noch ein Gag ein. Dieses Jahr gab´s Regenschirme und die Frauen durften darunter tanzen – singing in the rain wurde gesungen und lief über Lautsprecher.

Der Reichenaumarathon ist immer ein Erlebnis – Ich freue mich schon auf das nächste Jahr zumal mir hier die Entscheidung, Longboard oder Formula, leicht gemacht wird.



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Der Steckborner Surfmarathon

Spät im Jahr, meist ist es schon Oktober, werden die Racer zur letzten Windsurfregatta im Jahr vom Steckborner Surfclub (Schweiz) im Freibad empfangen. Auf dem Rhein (gehört aber geographisch noch zum Bodensee) wird mit Strömung die gut organisierte Regatta ausgetragen. Parken kann jeder direkt auf dem Freibadparkplatz und fürs leibliche Wohl ist auch ausreichend gesorgt. Fleisch, Wurst und Kuchen verwöhnen den Gaumen. Die Wiese vom Freibad ist groß genug fürs Aufbauen und der Zuschauer kommt, durch die gute Sicht, auf seine Kosten
Sami übernimmt hier die Regattaleitung und weil er selber andere Events mitfährt, weiß er auch ganz genau wo´s darauf ankommt. Ganz cool führt er seine „Rennbisprächig“ mit den Teilnehmern durch und ist immer bedacht darauf, dass jeder weiß wo er lang fahren, und welche Tonne auf welcher Seite genommen werden soll. Für die Kids gibt es extra Rennen und zusätzlich werden auch noch Tandemregatten durchgeführt. Als Besonderheit zählt der Marathon für die Punkte zum TCS-Cup in der Schweiz. (Darüber werde ich sicher auch noch ein paar Berichte Schreiben – später)
Zu dieser Jahreszeit kann es schon mal vorkommen, dass ich während des Rennens die angepeilte Luvtonne nicht mehr sehe. Aufkommender Nebel ist im Herbst am Bodensee keine Seltenheit. Dann wird es richtig spannend wo ich wieder rauskomme. Abgetrieben mit totalem Orientierungsverlust bin ich aber noch nie. Wenn der Wind ausreichend stark weht, ist das Revier ausgezeichnet für die Formulas geeignet. Wehe aber wenn Er nachlässt, dann parkt man ab und die Longboards ziehen an einem vorbei. Da hilft dann auch die Rheinströmung nicht weiter. Nach einem Lauf wird den Surfern reichlich Glühwein ausgeschenkt. Das hebt die Stimmung und wärmt wieder auf (sagen die Erwachsenen). Zur Siegerehrung werden auch hier jede Menge gute Sponsorenartikel verlost.
Zusammenfassend meine ich: In Steckborn gibt es also auch zum Ende der Saison spannende Regatten, gut organisiert, durch lustige Leute und, das ist die letzte Möglichkeit in der Gesamtwertung noch einmal zu Punkten.



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Der Radolfzeller Windsurfcup

Jetzt wird das nicht ganz einfach, denn in Radolfzell ist ja mein Heimrevier, hier habe ich das Windsurfen gelernt und bin viele Stunden mit meinem Dad, Niko und Günter auf dem Wasser gewesen. Ich versuche deshalb „besonders objektiv“ zu bleiben.
Zu erst einmal gibt es in Radolfzell zwar einen Windsurfclub mit netten Leuten, der aber die Regatta nicht durchführt (vielleicht ja später mal). Ursprünglich sind einige Versuche fehlgeschlagen diese Veranstaltung mehreren Vereinen schmackhaft zu machen. Und so blieb meinem Dad nichts anderes übrig, als alles, in Verbindung mit Eva (betreibt den Windsurfplatz in Radolfzell), selbst zu organisieren. Natürlich mit vielen freiwilligen Helfern, die mit anpacken und die Begleit – und Startboote fahren. Das ist nicht selbstverständlich, vielen Dank noch einmal dafür!

Parkplätze gibt es oberhalb des Seegrundstückes mittlerweile gegen Gebühr. Für Wohmos und Caravans ist direkt hinter der Surfhalle Platz für eine Übernachtung, und Zelter finden auf der großen Wiese auch immer eine Aufstellmöglichkeit. Niko weist ein, und sorgt sich neben vielen Kleinigkeiten auch um die Ausschilderung und die Ranglisten.
Wer außerhalb einer Regatta dort Surfen und mehrere Tage übernachten möchte findet oben an der Straße einen extra hergerichteten „Campingabstellplatz“ – gegen Gebühr.
Die Kursrennen werden dicht vor dem Surfplatz gestartet. Hier haben die Zuschauer alles im Sichtfeld und können vom Liegestuhl auf der Wiese alles genau mit verfolgen.
Beim Skippersmeeting bleiben keine Fragen offen und der breite Steinstrand lässt die Akteure problemlos ohne Stress, alle gleichzeitig, auf das Wasser. Der Wechsel vom Longboard auf das Formula ist aufgrund der geringen Entfernung, Strand - Startlinie ca. 100 Meter, ohne weiteres möglich. Der Kurs ist recht einfach ausgelegt und muss nur zwei Mal umrundet werden. Das erhöht die Startfrequenz, sodass durchaus vier Rennen am Tag gestartet werden können.

Bei gutem Südwestwind macht das besonders mit dem Formula Spaß. Ich muss hier fast bis zum Schilfgürtel bei Moos hochkreuzen, um die Luvtonne herum und dann ohne Windwelle zur Leetonne herunterfliegen (Speed ohne Ende). Von dort wieder zurück zur Starttonne – das ist schon alles, aber hat was! Zwischen den Läufen hat der Sportler kurz Zeit sich am Strand auszuruhen oder von den Begleitbooten eine Flasche Wasser zu bekommen. Bananen gab es auch schon mal.
Eva sorgt mit ihrem Surfplatzrestaurant für die Verpflegung. Sie unterstützt in der Vorbereitungszeit und während des Events wo sie kann. Freitagabend ist hier immer chill out Party und wer möchte kann die lauen Frühsommerabende bei einem guten Essen auf Eva´s Terrasse mit Blick auf den See ausklingen lassen.
Die Startbereitschaft am Sonntag ist in Radolfzell immer etwas länger, denn meist kommt am Nachmittag noch ein wenig Wind, wenn Tagsüber nicht viel damit los war.
Bei der Siegerehrung dann, macht das mein Dad immer ganz lustig und hebt besonders die sportlichen Leistungen nicht nur der Jugend hervor.
Kurzum: Eine Sportliche Veranstaltung an einem schönen Fleckchen Erde – Eva´s Surfplatz – mein Homespot.



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Ach ja! Bisher hatten wir immer guten Wind aber hier arbeitet die Statistik leider gegen die Regattaleitung.

Fast hätte ich es vergessen: Die Schwimmweste ist bei manchen Regatten Pflicht, also nicht zu Hause liegen lassen.
Für die Regattaausschreibungen und weitere Informationen zur Bodenseemeisterschaft gibt es auch eine Webseite: www.bodensee-meisterschaft.de


Die Abschlussfeier:

Meistens im November wird unter der treibenden Kraft vom Immenstaader Surfclub und dort besonders von Otto und Richard für diese Regattaserie, ein Abschlussabend organisiert. Das Ganze wurde bisher im Konstanzer Posthochhaus, in Eva´s Restaurant am Surfplatz Radolfzell und im Friedinger Schlössle durchgeführt. Im Jahr 2007 waren wir in einem Weingut in Bermatingen bei Meersburg.
Neben einem Rückblick auf das vergangene- und einem Ausblick auf das kommende Jahr und die Jugend (Michel, das hat sich richtig gut angehört), gab es was Leckeres zu Essen. Franz spielte mit seinem Saxophon zu Playbackmusik (fetziger Sound! Rock n´Roll werde ich auch noch lernen) und nicht nur die Surfer tanzten dazu. Zum Abschluss wurden noch die Gesamtsieger der Meisterschaft geehrt und bei der Tombola gesponserte Surfartikel verlost.
Ein gelungener, netter Abend in angenehmer Atmosphäre vor dem langen Winter – man trifft sich ja erst im nächsten Jahr wieder. Dann aber gleich zum Immenstaader Surfmarathon.

Ich werde die Rennen auch wieder 2008 in meinen Regattakalender mit einfügen, und kann jeden Interessierten nur dazu ermutigen, an den Wochenenden vorbeizuschauen und mitzumachen. Unsere große Windsurfregattafamilie freut sich auf jeden, der neu mitmachen möchte – versprochen! Wenn es diese Serie nicht geben würde, könnte ich sicher nicht mit den Lorch Formulaboards bei internationalen Regatten in Europa mitfahren. Schön, dass es Leute am Bodensee gibt, die Zeit und Arbeit, aus Idealismus für den Surfsport, jedes Jahr wieder investieren und auf sich nehmen, damit diese Rennserie in dieser netten, ungezwungenen Art und Weise weiter leben kann.






Basti Kördel
im November 2007

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